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Mittwoch, 4. September 2013

Thailand und Indonesien

Das vergangene Monat verbrachten wir mit einer abwechslungsreichen und spannenden Reise in Südostasien. Unser erstes Ziel war Bangkok, eine ziemlich monströse Stadt die uns als Asienneulinge gleich einen ganz schönen Kulturschock verpasste. Mit ihrem unglaublichen Verkehr mit haufenweise Tuk-tuks und Mopeds, bei dem jede Straßenüberquerung zur Herausforderung wird, den prunkvollen Palästen und Tempeln, den interessanten Märkten mit jeder Menge ungewohnten Gerüchen, den gigantischen Einkaufzentren, den überfreundlichen Menschen die auf kreative Art und Weise versuchen an Geld zu kommen und dem drückenden tropischen Klima, hatte die Stadt so einiges Ungewohntes zu bieten.



Zweieinhalb Tage Bangkok waren für uns erst einmal genug und wir machten uns auf nach Krabi und weiter ins Kletterparadies in Tonsai und Railey. Nach der entspannten Überfahrt mit dem Longtailboat nach Railey East kämpften wir uns in der Mittagshitze durch den Dschungel nach Tonsai, wo wir eine super Woche mit traumhaften, teils sehr steilen und imposanten Klettereien in den umliegenden Gebieten verbrachten. Auch spannende Ausflüge durch gefühlt senkrechten roten Gatsch zur Lagune bei Railey und über Bambusleitern durch die Cave zwischen Pra-Nang Beach und Railey West sowie Entspannen am Strand und in den gemütlichen Lokalen in Tonsai durften nicht fehlen. Das thailändische Essen schmeckte uns ausgezeichnet, zumindest dann wenn die Schärfe ein erträgliches Maß nicht überschritt.



Unser nächstes Ziel in Thailand war Kho Phi Phi. Die Insel bot schöne Strände mit guten Schnorchelmöglichkeiten, ein schönes Klettergebiet mit toller Aussicht und jede Menge verrückte Touristen, die mit Vorliebe mit möglichst schnellen Motorbooten von Strand zu Strand geschippert wurden. Leider erwischten wir am zweiten Tag schlechtes Essen, was uns einen kompletten Urlaubstag und den Besuch eines weiteren Klettergebiets kostete. So richtig fit waren wir erst einige Tage später wieder.



Nach unserer Rückfahrt nach Krabi ging's via Bangkok weiter nach Bali. Nachdem wir die komplizierten und zeitraubenden Ankunftsmodalitäten am Flughafen überstanden und den Fixpreis(!)taxianbieter erfolgreich überzeugt hatten, dass wir nicht mehr als den angegebenen Fixpreis für die Fahrt nach Ubud zahlen würden, ging es weiter in die Kulturmetropole der Insel. Wir quartierten uns in einem gemütlichen Home-Stay ein und verbrachten die folgenden Tage in und um Ubud, wo wir uns Tempel, Reisfelder, traditionelle Tänze und den Umzug einer großen Verbrennungszeremonie anschauten und eine traumhaft schöne Sonnenaufgangswanderung zum Mount Batur machten. Mit den traditionellen balinesischen Gerichten konnten wir uns, bis auf Nasi Goreng und Mie Goreng, wegen den vielen Erdnüssen mit komischen Saucen und Pasten und den eigenartigen Gemüsebeilagen nur wenig anfreunden.



Von Ubud aus organisierten wir uns einen zweitägigen Trip nach Ostjava um zum Krater des Ijen zu wandern. Bei der abwechslungsreichen Fahrt durchs Landesinnere machten wir einen Stopp bei einer Kaffeeplantage, fuhren durch eine Gegend mit ganzjährigem Erdbeeranbau und vorbei an Seen und den bewaldeten Bergen im Westen Balis. Wir waren fasziniert was und wieviel die Indonesier alles auf einfachen Mopeds transportieren: hohe Kistentürme, fünfköpfige Familien, Grünzeug in überbreiten Körben, Goldfische in Plastiksackerln die auf Metallstangen aufgehängt sind,... Bei der Fährfahrt nach Java waren wir als einzige Westler am Schiff die Attraktion schlechthin und wurden fleißig von den Indonesiern fotografiert. In der folgenden Nacht machten wir uns auf zum Ijen, einem Schwefelkrater, aus dem vor Sonnenaufgang faszinierende blaue Flammen aufsteigen. Der Vollmond machte die Stimmung perfekt und wir genossen das Naturschauspiel, bevor wir zum Sonnenaufgang wieder zum Kraterrand aufstiegen. Die Leistung der Schwefelarbeiter, die in einfachen Körben Schwefelladungen mit bis zu 100 kg (!) aus dem Krater und ins Tal schleppen, war auch sehr beeindruckend. Bei der Rückfahrt nach Ubud machten wir noch einen Stopp beim Pura Ulun Danu Bratan, einer Tempelanlage im Bratan-See.



Nach einer weiteren Nacht in Ubud fuhren wir via Sidemen weiter nach Selat, um vom Pura Pasar Agung aus den Südgipfel des Gunung Agung, des höchsten und heiligsten Vulkans der Insel, zu besteigen. Wie in Indonesien üblich starteten wir wieder mitten in der Nacht, um zum Sonnenaufgang und bei guter Sicht am Gipfel zu sein. Der anstrengende Aufstieg hatte sich ausgezahlt, der Ausblick und der Vulkanschatten waren wunderschön.



Mit dem Bemo machten wir uns am nächsten Tag auf ans Meer nach Padangbai, wo wir entspannte Tage mit baden, schnorcheln und Fisch essen verbrachten, bevor wir mit einem traditionellen Boot nach Nusa Lembongan weiterreisten.



Nusa Lembongan, eine kleine Nachbarinsel südöstlich von Bali, ist geprägt von Seegrasfarmen, bestem Thunfisch, hübschen Stränden, die aber nicht immer zum Baden geeignet sind, und einer gemütlichen Atmosphäre. Wir erkundeten die Insel mit technisch nicht ganz einwandfreien Fahrrädern und ließen unseren Urlaub gemütlich ausklingen. Danach ging es für eine Nacht nach Sanur, wo wir an der hübschen, langen Strandpromenade so hartnäckig und unangenehm wie selten zuvor diverse touristische Goodies angeboten bekamen. Nach dem wir auch die unglaublich unpraktische Organisation beim Abflug in Denpasar überstanden hatten ging's schließlich problemlos wieder zurück nach Österreich.

Freitag, 2. September 2011

Norwegen

Dieses Jahr wählten Lisa und ich zur Abwechslung ein nördliches Urlaubsziel und machten eine Rundreise durch den Süden Norwegens. Nach dem Flug nach Oslo durchquerten wir zuerst das Landesinnere bis ins Setesdal.



Bei unserer ersten Tour auf den Svarvarnuten konnten wir uns gleich einmal an die norwegischen Wanderbedingungen gewöhnen, das heißt moorige Passagen in lichten Birkenwäldern durchqueren, haufenweise Heidelbeeren vom Wegrand pflücken, sich mit den norwegischen Schafen anfreunden und die tolle Landschaft mit ihren unzähligen Seen und Granitblöcken genießen.



Am nächsten Tag besuchten wir ein "Sportklettergebiet" in der Nähe von Valle. Was die Norweger unter guter Absicherung verstehen ist für verwöhnte Mitteleuropäer aber durchaus spannend. 6 Bohrhaken auf 55, bzw. 4 auf 35 Klettermeter lassen durchaus Alpinfeeling aufkommen, insbesondere dann, wenn man auf einer so gut wie strukturlosen, verflechteten Platte steht. Fazit: Armkraft sinnlos, gute Psyche von Vorteil, durchaus witzig und einmal was Anderes!



Nach unserer Kletterei machten wir uns auf nach Lysebotn, dem hintersten Ort vom Lysefjord, welcher von steilen Felswänden begrenzt wird. Dort wanderten wir zum Kjerag, einem runden Felsblock 1000 Meter über dem Fjord, der zwischen zwei Felswänden eingeklemmt ist. Gute Nerven sind auch hier von Vorteil, wenn man auf den Block hinauf will. Ganz in der Nähe ist außerdem ein beliebter Exit-Point für Base-Jumper, von denen wir einige beobachten konnten.



Nach einer eindrucksvollen Fährfahrt durch den Lysefjord gings weiter zum Preikesstolen, einer großen, imposanten Felskanzel, die praktisch senkrecht 600 Meter zum Fjord abbricht. Wegen der Beliebtheit dieses Wanderziels brachen wir sehr früh auf und genossen relativ ruhige Minuten am Tourenziel, bevor wir dann beim Abstieg fasziniert die fast durchgehende Karawane von Wanderern zwischen Parkplatz und Preikesstolen beobachten zu konnten, ohne selbst mitten drin zu stecken.



Unsere Runde führte uns weiter vorbei an Wasserfällen, Seen, über Fjorde und schöne Gebirgslandschaften nach Odda am Sorfjord wo wir neben einer kurzen Schlechtwettertour eine längere Wanderung über eine endlos scheinende Hochfläche zur Trolltunga, einer markanten Felszunge hoch über einem Speichersee unternahmen.



Danach fuhren wir weiter nach Westen und genossen zur Abwechslung einen traumhaften Sonnenuntergang am Hardangerfjord. Die nächste Tour führte uns zum Bondhusbreen, einem Ausläufer des riesigen Folgefonna Gletschers, von dem aber nicht mehr sehr viel übrig ist.



Unser nächstes Ziel war Bergen, eine sehr schöne Stadt mit dem berühmten Hanseviertel und einem sehr empfehlenswerten Fischmarkt. Einziger Nachteil: Bergen ist die regenreichste Großstadt Europas. Insofern hatten wir Glück mit nur einem Regentag bei unserem zweitägigen Aufenthalt.



Nach unserem Bergenbesuch machten wir uns wieder auf ins Landesinnere zum Sognefjord und weiter zum Jotunheimen Nationalpark.



Den Tag mit dem besten Wetter im Nationalpark nutzen wir für eine landschaftlich traumhafte Überschreitung des Fannaraken. Beim Aufstieg waren noch fast alle Berge nebelverhangen, danach lachte aber die Sonne vom Himmel und wir stiegen über den Fannarakbreen Richtung Norden ab. Zurück zum Ausgangspunkt gings dann per Wohnmobilstopp mit einem sehr netten, französischen Pensionistenpaar.



Wegen dem schlechten Wetter verzichteten wir auf eine weitere Gletschertour und bestiegen statt des Galdhoppigen (höchster Berg Skandinaviens) den Glittertind (zweithöchster Berg Skandinaviens) bei schlechter Sicht und im Gipfelbereich permanentem, rechtsseitigem, kaltem Nieselregen.



Bevor es uns in der angeblich niederschlagsärmsten Region Norwegens einregnete wie sonst nirgends auf unserer Rundreise, nutzten wir noch einen recht angenehmen Tag zum Boot fahren und Elche suchen (gefunden haben wir vorerst nur ein Reh, Kühe und Schafe).



Unser nächstes Tourenziel, der landschaftlich sehr schöne Besseggen Grat, fiel leider dem nicht enden wollenden Regen zum Opfer und wir setzten unsere Reise nach Osten fort. Dabei lief uns auch ein Elch über den Weg. Nach einer Nacht in einer der unzähligen norwegischen Hütten machten wir eine kleinere Tour auf den Ormtjernkampen. Zuerst gings durch einen Märchenfichtenurwald, anschließend weiter auf den flechten- und heidelbeerüberzogenen Gipfel und schließlich durch moorige Passagen wieder zurück.



Nächstes Etappenziel war Lillehammer, die Olympiastadt von 1994, wo wir uns neben der Innenstadt die Schisprungschanzen aus nächster Nähe anschauten.



Am letzten Tag vor der Heimreise genossen wir nach den vielen Regentagen endlich wieder ein paar Sonnenstrahlen.