Vor dem prognostizierten Wintereinbruch ging sich am Nationalfeiertag auf dem Weg nach Enns noch eine kleine Tour bei Rottenmann aufs "Stein am Mandl" aus. Die abwechslungsreiche Runde führte uns durch lichten Herbstwald, über sonnige Bergrücken, kurze Steilstufen und vorbei an einem bereits gänzlich zugefrorenen See. Der eisige Wind und die hohen Wolken waren wohl schon der Vorgeschmack auf den kommenden Wetterumsturz. Auf jeden Fall eine ideale Tour zum Sonne tanken und genießen.
Samstag, 27. Oktober 2012
Stein am Mandl
Bosruck
Bei traumhaftem Herbstwetter und super Ausblick über die nebelverhangenen Täler machten wir letzten Sonntag die Bosrucküberschreitung von der Ardning Alm aus. Rauf ging's über den Arlingsattel und den Wildfrauensteig (vorbei an der Wildfrauenhöhle) auf den Gipfel, hinunter über die Südhänge des Kitzsteins.
Montag, 8. Oktober 2012
Admonter Reichenstein
Nach fast zweiwöchiger Sportabstinenz wegen meiner hartnäckigen Verkühlung ging's am Samstag endlich wieder auf den Berg, diesmal war der Admonter Reichenstein unser Ziel. Bei dem traumhaften Herbstwetter waren wir mit dieser Idee natürlich nicht allein was aber auch nicht wirklich störte. Die Fernsicht am Gipfel war einfach genial und reichte mehrere 100 Kilometer weit. Nach dem Abstieg ergatterten wir auf der Mödlinger Hütte noch zwei der letzten Plätze und wurden nach langer Wartezeit mit riesigen Portionen versorgt.
Montag, 24. September 2012
Geierhaupt
Gestern machten wir eine wundervolle Herbstbergtour auf das Geierhaupt in den Seckauer Alpen. Unsere Aufstiegsroute führte uns zuerst vom Ingeringsee ein Stück auf der Forststraße und dann weglos durch einen steilen Graben auf den Saurücken. Die Geräuschkulisse im Graben war dank einiger röhrender Hirsche in der Umgebung sehr beeindruckend und die Stimmung wegen des anhaltenden Nebels noch mystischer. Drei Mal konnten wir sogar kurz Hirsche beobachten. Obwohl der Nebel laut Wetterbericht nur bis ca. 1500 Meter reichen sollte, riss es erst ganz kurz vorm Gipfel (2417m) endlich auf und wir konnten die Sicht übers Nebelmeer so richtig genießen. Beim Rückweg machte ich noch einen kleinen Abstecher auf den Höllkogel bevor wir über den langen Saurücken wieder zum See abstiegen.
Mittwoch, 12. September 2012
Kärnten, Osttirol, Südtirol, Dolomiten, Arco
Unseren dreiwöchigen Sommerurlaub starteten wir heuer mit einer sehr schönen Hochtour im Glocknergebiet. Von der Oberwalderhütte aus stiegen wir über den Gletscher südostseitig zum Johannisberg auf. Runter ging's in luftiger Gratkletterei zur Ödenwinkelscharte und von dort vorbei an einigen Spalten wieder zurück zur Hütte.
Nach einem entspannenden Tag in Osttirol an dem wir über die Porzehütte zum Tilliacher Joch wanderten und uns die dortigen Relikte des 1. Weltkriegs anschauten brachen wir auf ins Reintal in Südtirol wo wir uns die Überschreitung des Schneebiger Nocks vornahmen. Der Zustieg zur Rieserferner Hütte war zwar lang und anstrengend, landschaftlich dafür wunderschön und relativ einsam. Am folgenden Tag bestiegen wir zuerst über unschwieriges Gelände das Fernerköpfl, bevor es um einiges anspruchsvoller über den Grat zum Schneebiger Nock ging. Dort war bei bestem Wetter erst mal genießen angesagt bevor wir uns an den unproblematischen aber sehr langen Abstieg über die Kasselerhütte nach Rein in Taufers machten.
Nach unseren Hochtouren machten wir uns auf in die Dolomiten. Bei unserem ersten Stützpunkt kletterten wir zum Alpinkletterauftakt eine sehr nette Route auf den Kleinen Falzaregoturm.
Unser Versuch am nächsten Tag eine Route auf den größten Turm der Cinque Torri zu klettern scheiterte an einer verstopften Einstiegsseillänge (6 Deutsche die, weil sie nur einen Vorsteiger hatten mittels Raupenmethode die Route für sich beanspruchten und zusätzlich 3 Italiener die mit Begeisterung trotzdem auch einstiegen und beim großen Stricken mitmachten), einem missglückten Versuch die zweite Seillänge (dort hätten sich die Routen geteilt) über einen alternativen Weg zu erreichen und einem Verhauer als wir doch endlich in unserer Route gewesen wären.
Nach dieser Aktion hatten wir erst mal genug vom Alpinklettern und nahmen die Tofana die Rozes via Klettersteig in Angriff. Bei einer Affenhitze die ihresgleichen sucht keuchten wir zum Einstieg nach dem es gleich durch einen nicht enden wollenden eisig kalten Kriegsstollen ging. Danach führten uns unzählige Querungen, Bänder und Aufschwünge um den halben Berg. Vorm Gipfel wartete noch eine Geröllpassage und oben ein wirklich eindrucksvolles Panorama über die Dolomiten bis hin zum Alpenhauptkamm.
Den vorerst letzten sicher gewitterfreien Tag nutzen wir für eine traumhafte Alpinkletterei durch die Averau Südwand (Alvera). Die Routenfindung war zwar nicht ganz einfach, die Kletterei aber sehr imposant, griffig und ziemlich steil. Bei dieser Tour machten wir auch erstmals Bekanntschaft mit den anstrengenden, klassischen Dolomitenvierern .
Danach ging's weiter in die Nähe der drei Zinnen wo wir zuerst über einen Abschnitt des Bonacossa Wegs durch jede Menge Geröll zur Fonda Savio Hütte wanderten, von wo wir über einen ziemlich urigen (windige Leitern die mit noch windigeren Drähten und Normalhaken bzw. Sanduhren rückgesichert waren) Klettersteig zur Cima Cadin di N.E. aufstiegen. Am Gipfel wurden wir mit einem tollen Blick auf die Zinnen belohnt. Nach einer Sportkletterei im Rienztal fuhren wir weiter nach Canazei.
Unsere erste Tour in dieser Gegend führte uns auf die Rotwand im Rosengarten, die wir im Zuge der Tour umrundeten, eine landschaftlich tolle Bergtour mit einem recht alpinen Gipfelaufstieg.
Die Berglandschaft südlich des Val di San Nicolo ist zwar nicht gerade dolomitentypisch (zu wenig schroff und teilweise dunkles Gestein statt heller Kalkwände) aber trotzdem sehr lohnend. Wir stiegen auf zur Alm bei der Forc. Lagusel mit Blick auf den idyllischen See und wanderten vorbei an Murmeltieren durch die einsame Landschaft zur markanten Scharte Richtung Rif. Le Selle. Zurück ging's weniger einsam durchs Val di Selle.
Nach einem verregneten Rasttag stand wieder eine Alpinkletterei, diesmal auf der Pordoispitze, am Programm. Die Route (Gross/Momoli) verlief durch die Südwand, direkt neben der Seilbahn. Wer dort klettert muss sich daher abfinden eine Tourismusattraktion und dementsprechend oft fotografiert und gefilmt zu sein. Beim wirklich genussvollem Klettern stört das aber gar nicht und auch das Geländer der Aussichtsterasse am Ausstieg lässt sich leicht überwinden.
Die letzte Alpinkletterei vor unserer Weiterfahrt nach Arco war die Überschreitung der Fünffingerspitze von West nach Ost. Schon der Zustieg in die Fünffingerscharte war ein anstrengendes Unterfangen durch steiles Geröll. Danach galt es erst einmal den Einstieg zu finden, was mit unserem ungenauen Topo gar nicht so einfach war. Nach den ersten steileren Seillängen folgte leichteres Gelände bis zur Scharte zwischen Löwenkopf und kleinem Finger. Von dort kletterten wir steil und ausgesetzt um den kleinen Finger. Danach leistete ich mir einen unangenehmen Verhauer (laut Topo sollte es gerade hinauf gehen, wo auch einige Haken steckten, tatsächlich musste man aber stark nach links queren) und musste ein Stück wieder abklettern bevor wir den Ringfinger umrunden und den letzten Aufschwung (unglaublich was in den Dolomiten so alles mit 4 bewertet wird) auf den Mittelfinger hinter uns brachten. Der Abstieg war zwar auch etwas langwierig aber bis auf die krangelnden Seile problemlos. Fazit: einducksvolle, lange Alpintour für die man ein halbwegs brauchbares Topo mithaben sollte.
In Arco ging sich vor dem Wetterumschwung leider nur noch ein Sportklettertag aus, danach schüttete es zwei Tage fast permanent was auch das Zuschauen beim Rockmaster wenig attraktiv machte. Wir stiegen also auf shoppen und Kaffee trinken um. In den Dolomiten hatten wir dafür ein fast unglaubliches Wetterglück und so gingen sich zahlreiche wundervolle Touren aus. Trotzdem fiel uns die Auswahl bei den unzähligen Möglichkeiten öfters ganz schön schwer.
Freitag, 10. August 2012
Großer Ödstein
Am Mittwoch wollte ich mit David eine Tour verwirklichen die schon länger in meinem Kopf herumgeistert, die "Große Gesäuseüberschreitung" bei der angefangen vom Ödstein sämtliche Gipfel der Hochtorgruppe bis zur Planspitze überschritten werden. Der Wetterbericht meldete zwar nicht ganz perfektes Wetter, prognostizierte aber immerhin einige sonnige Abschnitte. Wir dachten uns noch nicht viel beim Anblick der Wolkendecke als wir um 5:00 aufbrachen und nach 3,5 Std. mit abwechslungsreichen, teils luftigen Passagen am Kirchengrat standen wir im Nebel am Gipfel des Großen Ödstein. Da wir beide den Weg nicht kannten war ein Weiterklettern ohne besser Sicht undenkbar und so warteten wir erst mal optimistisch darauf, dass sich der Nebel auflöst. Nach zwei Stunden am Gipfel war das Wetter schließlich schlechter als vorher und wir beschlossen direkt zur Gamssteinscharte wieder abzusteigen. Dabei fing es kurz sogar leicht zu regnen an, was das Abklettern auch nicht gerade angenehmer machte. Nach einer gefühlten Ewigkeit waren wir dann endlich wieder in Johnsbach. Auch die alleinige Ödsteinbesteigung war eine durchaus interessante, anspruchsvolle Tour, die Überschreitung muss eben leider noch ein bisschen warten.
Montag, 6. August 2012
Grimming
Nach einem abendlichen Aufstieg zur Grimminghütte am Samstag bei extremer Schwüle und kurz vorm Dauerregen machten wir uns am Sonntag um 6:00 auf Richtung Grimming SO-Grat. Die immer noch sehr hohe Luftfeuchtigkeit brachte uns in der Früh ganz schön ins Schwitzen, mit zunehmender Höhe und zunehmendem Wind wurde es aber bald angenehmer und so konnten wir den abwechslungsreichen Aufstieg über den SO-Grat richtig genießen. Es war zwar etwas diesig, die Aussicht ins Ennstal und auf die umliegenden Berge aber trotzdem beeindruckend. Nach über einer Stunde Gipfelgenuss machten wir uns an den langen, anstrengenden, schottrigen Abstieg.