Montag, 24. August 2009

Traunstein (Wer putzet der findet)

Gestern standen wieder mal Mehrseillängentouren am Traunstein am Programm. Von unserer 9-köpfigen AV Gruppe waren 7 am SW-Grat unterwegs während ich mit Berni die Route "Wer putzet der findet" (6+ UIAA) kletterten. Zum Glück wählten wir den oberen Zustieg zum Einstieg wodurch wir uns das unattraktive Schotterfeld sparten. Die Route war trotz einiger nasser Stellen gut zu klettern und ist perfekt abgesichert. Da sie aber mit nur 5 Seillängen relativ kurz ist und auch nach einer ausgiebigen Pause noch länger nicht mit den SW-Grat Kletterern zu rechnen war beschlossen Berni und ich noch schnell zum Traunsteinhaus hinaufzurennen. Die rund 600 Höhenmeter waren nach einer Dreiviertelstunde geschafft und beim Abstieg holten wir die anderen kurz vor der Forststraße wieder ein. Zum Abschluss sprangen wir noch kurz in den Traunsee.

Korsika

Vom 4. bis 20. August verbrachte ich mit Lisa 17 spannende Urlaubstage mit Sportklettern, Wandern, Baden,... auf Korsika.
Unsere Reise startete mit einer nächtlichen Fahrt nach Livorno von wo wir mit der Fähre nach Bastia schipperten. Auf Korsika angekommen genossen wir 2 entspannende Tage am Cap Corse, wobei der Badespaß durch zahlreiche Quallen getrübt wurde. Der erste Klettergarten war von der Lage her fantastisch (direkt am Meer mit tollen Felsplatten und -blöcken), die Kletterei war allerdings sehr gewöhnungsbedürftig (ziemlich rutschiger und zum Teil sehr scharfer Fels).



Danach gings weiter ins Landesinnere nach Corte. Das Baden in den zum Teil richtig großen Gumpen im Val de Restonica war trotz des ziemlich großen Andrangs sehr einladend und die großartigen Granitformationen in den Klettergärten sorgten für jede Menge Kletterspaß, der nur von der Hitze und den lästigen Brombeerstauden etwas getrübt wurde.




Von Corte führte uns eine spannende Bergstraße mit vielen Kurven und Wildschweinen durchs Niolo-Tal nach Porto. Wir unternahmen eine Wanderung zum Lac de Nino einem landschaftlich eindrucksvollen Bergsee. Nach einem Vormittag mit Klettern und Baden in Porto fuhren wir die Küstenstraße Richtung Süden nach Ajaccio. Die Gegend um Porto ist übersäht von tollen Felsformationen, klettermäßig aber noch kaum erschlossen.



Ajaccio war für uns eine sehr unattraktive Stadt mit schlimmen Verkehrschaos und überfüllten Campingplätzen. Da wir auch nach stundenlanger Fahrerei immer noch nichts gefunden hatten beschlossen wir an die Küste nordwestlich der Stadt zu fahren und übernachteten an einem kleinen Sandstrand direkt am Meer. Am nächsten Tag machten wir uns auf zu einem kleinen Klettergarten bei Afa, dessen Zustieg von der Macchia stark überwuchert wurde. Da wir von Ajaccio genug hatten gings noch am selben Tag weiter ins südliche Landesinnere zu einem wundervollen kleinen Campingplatz in Serra-di-Scoppamene.



Von Serra-di-Scoppamene aus erkundeten wir die kleinen Bergdörfer der Umgebung mit ihren Steinhäusern, kleinen Plätzen und korsischen Spezialitäten. Natürlich gab es auch in dieser Gegend wieder einladende Badebäche, allerdings waren sie hier um einiges kälter. In Olivese, wohin wir über eine praktisch einspurige, sehr kurvige Straße gelangten, erwartete uns ein sehr imposanter Kletterfelsen.



Über den Col de Bavella, wo wir eine kurze Wanderung unternahmen und von einem Gewitter verjagt wurden zog es uns weiter nach Osten an einen Campingplatz direkt am Fluss zwischen dem Bocca di Larone und Solenzara. Von dort aus machten Ausflüge in die umliegenden Klettergebiete (Bavella, Conca, Chisa) und nach Bonifacio, einer schönen Stadt auf Kreidefelsen an der Südküste die touristisch leider sehr überlaufen ist. Conca bot zur Abwechslung wieder einmal Kalkkletterei, noch dazu mit einer tollen Aussicht.



Schließlich führte unsere Reise wieder zurück in den Norden der Insel, wo wir noch ein Schiefergebiet aufsuchten und wieder von Gebirgsbach auf Meer wechselten. Nach einem Stadtrundgang in Bastia bei unmenschlich hohen Temperaturen verschwanden wir wieder im 40°C heißen Fährbauch und ließen Korsika hinter uns.



Unsere Vorahnung, dass 2,5 Wochen für diese Insel immer noch zu wenig sind, bestätigte sich und so war der Urlaub eigentlich schnell vorbei.